Im Rausch der Trauer - Verlusterfahrung, Sucht und fehlende Trauerrituale

Update 2018

 
Der Verlust eines geliebten Menschen war noch nie leicht zu verdauen: Seit der Steinzeit, sogar noch vor dem Sesshaft-Werden, haben Hinterbliebene versucht, die Unfassbarkeit des Todes in Rituale zu bannen. Grabhügel und Urnenfelder bezeugen, dass Menschen bestimmte Übergangsrituale vollzogen haben, damit die Verstorbenen und vor allem die Trauernden diesen Übergang erfolgreich gestalten konnten. Neuere Forschungen legen nahe, dass die Rausch- und Trauerkultur einen wichtigen Teil dieser Neuorientierung bildete. In unserer aufgeklärten Zeit sind solche „Inseln einer anderen Wirklichkeit“ verschwunden: der Rausch wird als ungesund abgestempelt und Ritualen wird nur mehr ein dekorativer, symbolischer Wert beigemessen. Zugleich weisen Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung oft Verlusterfahrungen in ihren Biografien auf, die nicht aufgearbeitet wurden.
Der Workshop spürt der Verbindung von Trauer, Sucht, Rausch und dem Fehlen von Trauerritualen nach und gibt neue Impulse für Mitarbeitende im Gesundheitswesen, die mit dem Handlungsfeld Trauer konfrontiert sind.

 

Folgende Themenschwerpunkte sollen Kernkompetenzen für die Palliativversorgung vermitteln

  • durch die Arbeit mit Lebens- und Übergangsritualen sowie ritualisierenden Interventionen den Patienten und den An- und Zugehörigen in einer unterstützenden und respektvollen Weise ermöglichen, spirituelle und/oder existenzielle Dimensionen ihres Lebens auszudrücken
  • Prävention von Abhängigkeitserkrankungen in Folge von Verlusterlebnissen durch das Angebot von kurzfristiger Trauerbegleitung
  • Suchtprävention als Handlungsfeld für die Arbeit im interprofessionellen Team identifizieren
  • eine eigene Trauerkultur finden durch Übungen zur Selbstwahrnehmung und Bewusstwerdung eigener Stärken und Überzeugungen

Methoden
Selbsterfahrung, theoretische Impulse, Gruppenübungen, Selbstreflexion, Literatur

 

 

Fachkräfte aus Hospiz- und Palliativversorgung und
(anderen) therapeutischen Arbeitsfeldern
Nachweis einer Qualifizierung in Palliative Care/ Trauerbegleitung
Christophorus Akademie
werden beantragt
Anrechnung möglich >>
€ 250,-
Mag. Michael Lippka

 

18 V-17 M72

05.02. bis 06.02.2018
Beginn: Montag, 10.00 Uhr
Ende: Dienstag, 13.00 Uhr
bis 27.12.2017
Anmeldung >>

 

 

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Stand: Oktober 2017