Information zum Lehrbetrieb und Corona-Virus (Sars-CoV-2)

Liebe Teilnehmer*innen, 
die Akademieleitung hat beschlossen, dass bis auf weiteres alle Kurse und Veranstaltungen ausschließlich virtuell stattfinden. 
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Für Fragen Ihre Kursbuchung betreffend, kontaktieren Sie uns gerne unter
Telefon 089/4400-77930 oder christophorus-akademie@med.uni-muenchen.de.


Ihr Team der Christophorus Akademie

 

Chronologie der Palliativmedizin am Klinikum

1999 Gründung der Interdisziplinären Palliativmedizinischen
Einrichtung am Klinikum der Universität München, getragen
durch die Kliniken für Anästhesiologie (Prof. Dr. Klaus Peter,
Nachfolger: Prof. Dr. Bernhard Zwißler), Neurologie
(Prof. Dr. Thomas Brandt; Nachfolgerin: Prof. Dr. Marianne
Dieterich) und Onkologie (Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann)

 

1999 Palliativmedizinischer Dienst im Klinikum Großhadern

 

1999 Gründung der Christophorus Akademie für Palliativmedizin,
Palliativpflege und Hospizarbeit durch den Christophorus Hospiz
Verein e. V. (Leitung: Bernadette Fittkau-Tönnesmann MPH)

 

2003 Sechs Palliativbetten auf der Station I3 im Klinikum
Großhadern

 

2004 Bau des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin
(IZP) mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe, des Freistaats
Bayern und des Klinikums. Im IZP wurde die Interdisziplinäre
Palliativmedizinische Einrichtung und die Christophorus Akademie
verbunden. Der klinische Bereich des IZPs umfasst die Palliativstation
mit zehn Betten, den palliativmedizinischem Dienst und später
das ambulante Palliativteam.

 

2004 Integration der Palliativmedizin als Pflichtlehr- und Prüfungsfach
in das Medizinstudium an der LMU München als erste deutsche Universität

 

2006 Stiftungslehrstuhl für Palliativmedizin
(Prof. Dr. Gian Domenico Borasio)

 

2008 Stiftungsprofessur der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-
Stiftung für Pädiatrische Palliativmedizin (Prof. Dr. Monika Führer).
Unter der Leitung von Prof. Führer wurde das zur Haunerschen
Kinderklinik gehörende Projekt HOMe (Hospiz ohne Mauern) geschaffen,
das Kinder mit unterschiedlichsten fortgeschrittenen Erkrankungen und
ihre Familien zuhause betreut.

 

2009 Spezialisiertes Ambulantes Palliativteam (SAPV)

 

2010 Stiftungsprofessur für Spiritual Care (Prof. Dr. Eckhard Frick;
Prof. Dr. Traugott Roser; Nachfolger: Prof. Dr. Niels Christian Hvidt)

 

2012 Neubesetzung des Lehrstuhls für Palliativmedizin
(Prof. Dr. Claudia Bausewein PhD MSc)

 

2013 Gründung der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin
(Klinikdirektorin Prof. Dr. Claudia Bausewein)

 

2014 Integration der Christophorus Akademie in die Klinik für
Palliativmedizin

 

2014 Eröffnung der Palliativambulanz

 

2015 Eröffnung der Atemnot-Ambulanz

 

2015 Neugründung des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP)

 

2015 Geschäftsstelle der DGP-Landesvertretung Bayern zieht in die Klinik für Palliativmedizin um

 

2016 Gründung Klinisches Ethikkommitee am KUM
(1. Vorsitzende Prof. Dr. Claudia Bausewein)

 

2016 Gründung Stiftung Palliativmedizin München >>

 

2017 Neubesetzung Spiritual Care Professur

(ab Mai 2017 Prof. Dr. Constantin Klein)

 

Fort- und Weiterbildung

Die Christophorus Akademie bietet Fort- und Weiterbildungen für den Bereich Palliative Care und Palliativmedizin an. Die angemessene Versorgung und Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen erfordert von den Betreuenden Spezialwissen, Reflexion der beruflichen Erfahrungen und die Fähigkeit, berufsgruppenübergreifend zusammen zu arbeiten.

Hier setzen die Ziele der Akademie an: Menschen zu befähigen, in der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung tätig zu sein, und die Versorgung in allen Sektoren des Gesundheitswesens weiter voran zu bringen.


Die Akademie führt Basis- und Qualifizierungskurse durch, in denen grundlegende Kompetenzen für den Bereich Palliative Care und Hospizarbeit entwickelt werden. Die Kurse finden größtenteils in den Räumen der Akademie in der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Campus Großhadern statt. Daneben führen wir Inhouse Angebote durch, die sich besonders im Rahmen einer Implementierung von Palliative Care in stationären Pflegeeinrichtungen anbieten. Digitale Lehre und Kommunikation halten auch im Hospiz- und Palliativbereich Einzug. Ausgewählte Veranstaltungen bieten wir nach Bedarf im Online Format an.


Die qualifizierenden Angebote werden durch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. und den Deutschen Hospiz-und Palliativverband e.V. zertifiziert und entsprechen den Qualitätsstandards des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.


Zu unserem Angebot gehört auch die Qualifizierung zur Gesprächsbegleiter*in für die gesundheitliche Vorsorgeplanung nach dem DiV-BVP Standard (Behandlung im Voraus planen) und die Trainer*innenausbildung, um die Qualifizierungskurse zur Gesprächsbegleiter*in eigenständig durchzuführen.


Darüber hinaus gibt es ein breit gefächertes Angebot an Vertiefungskursen >>, die einen fachlichen und persönlichen Kompetenzzuwachs zu Themen wie Symptomkontrolle, Arzneimitteltherapie, Ethik u.a. ermöglichen.


Im Verbund mit den durch die Deutsche Krebshilfe e.V. geförderten Akademien in Bonn, Dresden, Göttingen und Köln bieten wir Kurse an, die auf das Mildred Scheel Diplom angerechnet werden können.


Die Akademie wurde 1999 durch den Christophorus Hospiz Verein e. V. gegründet und seit Beginn durch die Deutsche Krebshilfe e. V. gefördert. Als Teil der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum erreicht die Akademie wichtige Ziele: Sie steht mit ihren ambulanten Wurzeln in enger Verbindung zur Klinik und zur Wissenschaft.

 

Wir verstehen uns als Ort der Vernetzung von verschiedenen Menschen und Einrichtungen in der lokalen, regionalen und überregionalen Palliativversorgung.

 

 

 

 

 

PALLIATIV Broschuere 2015 Seite 22 Bild 0001

 

Palliativversorgung – ein ganzheitliches Konzept

zitat saundersDie Weltgesundheitsorganisation definiert Palliative Care als einen „Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Linderung von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art. Palliative Care respektiert die Wünsche des Patienten und hilft den Familien, mit praktischen Fragen zurecht zu kommen, einschließlich dem Umgang mit Verlust und Trauer während der Erkrankung und im Fall des Todes.“ (WHO 2002)

 

Ziel der palliativmedizinischen Betreuung ist die Unterstützung von Menschen, die mit einer fortgeschrittenen Erkrankung leben. Die Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität durch schmerz- und symptomlindernde Therapie soll ein erfülltes, selbstbestimmtes und beschwerdearmes Leben bis zuletzt ermöglichen. Diese Begleitung schließt die Angehörigen mit ein.

 

Palliativversorgung durch ein multiprofessionelles Team ist nicht auf bestimmte Erkrankungen beschränkt, sie widmet sich sowohl Patient*innen mit unheilbaren Tumorerkrankungen wie auch Patient*innen mit unheilbaren Herz-, Lungen-, Nieren-, neurologischen und anderen Erkrankungen.

 

Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin

PALLIATIV Broschuere 2015 Seite 04 Bild 0001Die Palliativmedizin ist in den letzten Jahren fester Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens geworden. Immer mehr Menschen mit fortgeschrittenen Erkrankungen profitieren von den palliativmedizinischen und hospizlichen ambulanten und stationären Betreuungsmöglichkeiten.

 

Alle Studierende der Medizin lernen Grundzüge der Palliativmedizin und der Hospizversorgung kennen, seitdem Palliativmedizin in den Kanon der medizinischen Ausbildung aufgenommen wurde. Der Bedarf an Forschung in der Palliativmedizin steigt weiter, um die bestmögliche Versorgung anbieten zu können.

 

Durch die Bevölkerungsentwicklung, die Zunahme von chronischen Erkrankungen mit längerem Überleben und immer neue Behandlungsmöglichkeiten kommt der Palliativmedizin eine immer größere Bedeutung zu.

 

Die Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum bietet Patient*innen und Angehörigen alle Möglichkeiten der ambulanten und stationären  Palliativversorgung auf höchstem Niveau. In unserem multiprofessionellen Palliativteam arbeiten speziell geschulte Ärzt*innen, Pflegende, Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen, Atemtherapeut*innen, Physiotherapeut*innen und Seelsorger*innen eng zusammen. Sie erstellen für jede Patientin ein individuelles Betreuungskonzept, bei dem die Bedürfnisse und Wünsche des Kranken und seiner Angehörigen zu jeder Zeit im Vordergrund stehen.

Als universitäre Einrichtung gehören Forschung und Lehre zu unseren zentralen Aufgaben.

In der Christophorus Akademie können sich Menschen aus dem Arbeitsfeld Palliative Care qualifizieren und vorhandene Kompetenzen erweitern.

 

PALLIATIV Broschuere 2015 Seite 05 Bild 0001

Prof. Dr. med. Claudia Bausewein PhD MSc
Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin

 

 

Unsere Philosophie

Frei zu sein bedeutet mehr als bloß: nicht gezwungen zu sein. Freiheit entsteht erst dort, wo mehrere Selbständige im öffentlichen Raum um etwas ringen. Souverän sind sie dann gerade nicht, denn sie stehen dabei immer in Bezug zu anderen.

Hanna Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben

 

Durch die beiden großen Gesetzesinitiativen der Bundesregierung zur Hospiz- und Palliativversorgung und zu einer Regelung zur Sterbehilfe und zum ärztlich assistierten Suizid steht Palliative Care auf der Agora, auf dem Marktplatz, im Forum der Öffentlichkeit.

Sterben ist keine Privatsache, sondern existenzieller Bestandteil einer menschenwürdigen Gesellschaftsordnung.

 

Gut sterben ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muß individuell und gesellschaftlich errungen werden. Die Lösungen erwachsen im Miteinander – und haben, weil es ein Verhandeln, Suchen und Abwägen ist und sein wird, oft etwas Ambivalentes, Unrundes und Unvollkommenes an sich.

 

 

Das sind Ansätze, die aus wahrhaftigen Gesprächen und Disputen unter lebendigen Menschen erwachsen. Was nährt und von innerem Wachstum spricht, ist eher das Vielstimmige, gelegentlich Unsortierte aus dem Mund von Menschen, die sich zu ihrer eigenen Verwundbarkeit bekennen. Es sind eher nicht die Monologe von Gurus, die losgelöst von der bunten Gemeinschaft der Sterblichen über das Sterben dozieren.

 

Die Christophorus Akademie will auch in 2016 ein freier und offener Marktplatz für Ideen und Erfahrungen von Experten und Praktikern sein.

 

Wir sind so frei – und freuen uns auf alle, die bei uns und mit uns denken wollen.

 

Hermann Reigber
Geschäftsführender Leiter der Christophorus Akademie